Ein weiterer Schritt in Richtung Automatisierung der Honigverarbeitung in unserer Imkerei ist gemacht, man könnte sagen ein Meilenstein auf dem Weg dorthin wurde erreicht. Wie ich im Post über den Honey filler schon erwähnt habe, arbeitete ich diesen Winter wieder weiter an einer Etikettier Maschine für unsere Imkerei. Sie soll das repetitive, unbeliebte Etikettieren von Hand ablösen. Rechtzeitig mit Beginn der ersten Arbeiten bei den Bienen (Februar, der Frühling ist nicht mehr fern), ist auch das erste funktionierende Gerät unseres Labeling Wizard (Etikettierhelfer oder Etikettier-Assistent) im neuen 3D gedruckten Gehäuse fertig geworden.

Geschichte:
Begonnen habe ich 2019 mit ersten rudimentären Versuchen auf einer Siebdruckplatte. Die Elektronik war “fliegend” auf einem Breadboard aufgebaut. So wurde der POC (Proof of Concept) gemacht. Nachdem die Grundidee auf die Umsetzbarkeit und Funktion geprüft war, ging es darum ein passendes Gehäuse resp. Halterung in Fusion360 zu entwickeln und dann auf dem 3D Drucker zu drucken. Ziel war es erst einmal, alles so zu entwickeln dass möglichst viele Teile mit dem 3D Drucker gedruckt werden können. So können die Kosten für die Entwicklung, das Material und dessen Verarbeitung drastisch gesenkt werden. Es sind keine Metallverarbeitungsmaschinen nötig.

Unterstützung bekam ich dabei vom Kollegen Johannes Kuder der mir ein druckbares Grundmodell beisteuerte, das ich dann nach meinen Vorstellungen abgeändert und neu gezeichnet habe. Auch bei technischen Fragen half mir Johannes aus. Das hat mir sehr viel Zeitersparnis gebracht! Danke vielmals für die Unterstützung Johannes!

Das Gehäuse lässt sich unter Ausnutzung des ganzen Druckbettes in einem Stück drucken und ist rel. stabil trotz nur 20% infill.
Ich wusste gar nicht wie gut 80% Luft aussehen können 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mut zur Flex….Auch mit einem Dremel als kleiner Flex kann man kreativ entwickeln und visualisieren!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es brauchte viele Drucke bis alle Einzelteile Maß haltig und die Stabilität des Gehäuses zufriedenstellend war!

Nach dem fliegenden Aufbau auf dem Breadboard mit Kabelwirrwarr und ständiger Angst irgendwo einen Kurzschluss zu produzieren oder Störungen durch Wackelkontakte zu haben, war der Wunsch nach einer Platine da. Diese wurde in EasyEDA entworfen und damit Ordnung in die Verkabelung gebracht.

Die Funktionen des Etikettierers werden durch Software gesteuert. Diese Software durfte ich vollumfänglich aus dem Projekt EttiMandl übernehmen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Programmierer!

Nach über 2 Jahren tüfteln, experimentieren, löten, zeichnen und vielen 3D Drucken war es dann soweit, der erste funktionierende Prototyp war geboren 🙂

Hier Bilder der Nr.1 🙂

In Fusion 360 gerendertes Bild

 
Jetzt musste nur noch die Rückwand gezeichnet und die Elektronik Komponenten darin untergebracht werden und das erste funktionierende Gerät war realisiert.
 
 
 

Video:

 
 

 

Das Auflegen des Glases und der Etikettier Vorgang dauern, wie man sehen kann ca. 5sek. Eine reife Leistung für ein so kleines Gerät!
Es können sowohl 250g wie auch 500g Gläser etikettiert werden. Andere Glastypen habe ich noch nicht getestet.
Der Etikettierer muss sich jetzt noch im produktiven Einsatz bewähren. Erst dann wird sich herausstellen ob alles wie gewünscht funktioniert. Ich rechne damit dass wir den Etikettierer dieses Jahr zur Honigverarbeitung einsetzen können.
Somit wäre dann meine Vorstellung und mein Bestreben nach einer Abfüll – Etikettier Strasse im Eigenbau Realität.

Frei nach Mr. Neil Armstrong:
Ein kleiner Schritt für die Menschheit……ein grosser Schritt für unsere Imkerei (oder so ähnlich…. 😉 )